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Resolution zur Sicherung der Geburtenstation am Krankenhaus Lauf

Der Kreistag des Landkreises Nürnberger Land fordert den dauerhaften Erhalt der Geburtenstation am Krankenhaus Lauf und damit den Bestandsschutz für die letzte Entbindungsstation im Landkreis.

Im gesamten Landkreis Nürnberger Land gibt es nur noch eine einzige Entbindungsstation – die am Krankenhaus Lauf. Diese ist für die wohnortnahe Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und jungen Familien unverzichtbar. Die immer wieder aufkommenden Gerüchte über eine drohende Schließung erfüllen viele Bürgerinnen und Bürger mit großer Sorge. Das Defizit der Geburtenstation hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt und liegt inzwischen bei über zwei Millionen Euro –  daher sind diese Sorgen unbegründet.

Das bedeutet für uns: Die Schließung weiterer Geburtsstationen in der Region darf nicht hingenommen werden.

In den letzten Jahren mussten bereits die Geburtenstationen in Schwabach, Bad Windsheim und Neuendettelsau schließen. Diese Entwicklung ist Teil einer bundesweiten Schließungswelle, insbesondere im ländlichen Raum, und sie ist politisch gewollt: Das Fallpauschalensystem (DRG) bevorzugt lukrative Behandlungen und benachteiligt die vergleichsweise individuelle und betreuungsintensive Geburtshilfe.


Die Bundesregierung hat damit schon vor Jahren die wirtschaftlichen Grundlagen kleiner Geburtsstationen systematisch untergraben.

Doch Geburt ist kein standardisierbarer medizinischer Vorgang – sie ist ein höchst individuelles, sensibles und oft unvorhersehbares Ereignis, das besondere Aufmerksamkeit und Betreuung braucht. Frauen müssen die Wahlmöglichkeit haben, ob sie in einer großen Klinik oder in einem kleinen, wohnortnahen Krankenhaus ihr Baby zur Welt bringen möchten.

Wenn werdende Eltern weite Wege in Kauf nehmen müssen, entstehen Risiken für Mutter und Kind. Gleichzeitig wird die Attraktivität der Region für junge Familien geschwächt, was den demografischen Wandel weiter verschärft.

Deshalb fordern wir:

  1. Der Standort Lauf muss als Geburtsstation erhalten bleiben – dauerhaft und mit der nötigen personellen und finanziellen Ausstattung.
  2. Die Geschäftsführung des Klinikums Nürnberg wird aufgefordert, sich öffentlich und klar zum Fortbestand der Geburtenstation Lauf zu bekennen.
  3. Der Landrat wird gebeten, sich auf Landes- und Bundesebene für eine verlässliche Finanzierung der Geburtshilfe einzusetzen, die die realen Anforderungen widerspiegelt – unter anderem durch eine Reform des Fallpauschalensystems und durch bessere Unterstützung der Hebammen.
  4. Die Resolution ist dem Klinikum Nürnberg, dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, dem Bundestag sowie der Öffentlichkeit zu übermitteln.

Kinder sollen dort geboren werden, wo Menschen leben – nicht auf der Landstraße. Geburtshilfe ist Daseinsvorsorge. Wer Geburtsstationen schließt, gefährdet Menschenleben.

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